Anlässlich unseres Herbststammes vom 19.09.2024 besuchten 23 Mitglieder und 5 Gäste den historischen Wasserturm bei der Kapellbrücke Luzern.
Die Geschichte dieses international bekannten Wahrzeicherns in Luzern wurde durch die sympatische Gastgeberin des Artillerievereins Luzern, Frau Hildi Kaufmann, mit einer interessanten Turmführung bekannt gemacht.
Zur Geschichte (Ausführungen von Frau Hildi Kaufmann anlässlich der Turmführung):
Der achteckige Turm, von dem wir erfuhren, dass er im 13. Jahrhundert in der Reuss erbaut wurde. Wir hörten, dass er „Wasserturm“ genannt wurde, der als Schatzkammer, Gefängnis, zur Verteidigung und als Kammer für andere städtische Zwecke diente. Auf den ersten Blick sah es aus wie ein alter Wasserturm, aber die Geschichte hinter der Steinstruktur war eine andere. Für die damalige Zeit wäre es eine Errungenschaft der Ingenieurskunst gewesen, ein solches starkes Bauwerk erfolgreich im Wasser zu errichten, insbesondere in einem Fluss, der so viel Turbulenz und Kraft erzeugen konnte.
Im unteren Raum des Turmes befindet sich eine gediegene Waffensammlung mit alten und neueren Gewehren und Pistolen, Stich- und Schlagwaffen, aber auch mit militärischen Requisiten wie artilleristischen Messinstrumenten und Bestandteilen von Munition verschiedenster Provenienzen und Kaliber. Das eindeutige Prunkstück der Sammlung bildet ein Original-12-Pfünder-Geschütz Modell 1843. Dieses soll im November 1847 bei einem der letzten Gefechte des Sonderbundskrieges (Schlacht von Gislikon – heute Gisikon) im Einsatz gestanden haben.
In der Mitte des Turmes befindet sich die Artilleriestube. Sie dient als Vereinslokal und wird von den Mitgliedern regelmässig als Treffpunkt genutzt. Sie eignet sich hervorragend für Sitzungen, Meetings und kulinarische Höhepunkte in einer geschichtsträchtigen Umgebung.
Seit dem 14. Jahrhundert diente der Turm mehrmals als Archiv. Erst 1919 wurde das Stadtarchiv endgültig aus dem Turm entfernt. In der heutigen Turmstube wurden der Staatsschatz und die Kriegsbeute aufbewahrt.
Der heute noch bestehende originale Dachstuhl lässt sich ins Jahr 1339 datieren. Das 15 Meter hohe Dachgeschoss (Obgaden) diente früher u. a. als Verhörlokal und Folterkammer. Seit 1892 brüten hier Alpensegler in einer Kolonie, welche von der Ornithologischen Gesellschaft der Stadt Luzern betreut wird, dies seit 1959 im Auftrag des Stadtrats von Luzern. Die Kolonie im Wasserturm ist die grösste Alpensegler-Kolonie in der Zentralschweiz.
Zum Abschluss dieses eindrücklichen Anlasses stärkten wir uns mit einem Apéro Riche.